Am 6. Februar stand der erste Angelausflug für dieses Jahr an. Wir entschieden uns trotz einiger Warnungen, dass zurzeit gar nichts gehen würde, an den Inn zu fahren um den Regenbogenforellen, die hier bei uns keine Schonzeit haben, nachzustellen. Als wir an unserem Treffpunkt angekommen waren, kleideten wir uns zuerst mal nach dem „Zwiebelverfahren“ an, da die Temperatur unter dem Nullpunkt war und zu allem Überfluss fing es auch noch an zu schneien. Dann noch einen warmen Kaffe gegönnt und schon ging es los.
Als Rute verwende ich eine Illex Light Rig Spezial mit einem Wurfgewicht von bis zu 7g, bestückt mit einer alten Technium von Shimano, die wiederum mit einer 8er Fireline bespult ist. Die Köder waren kleine Suspender – Wobbler, Gummifische bis 5cm und natürlich Spinner in den Größen 1-3, die meiner Ansicht immer einen Platz in der Köderbox haben sollten. An manchen Spots fischten wir ausschließlich mit Spinnern, da ca. jeder 5. Wurf einen Abriss zur Folge hatte und das würde mit kleinen Suspendern ziemlich teuer werden.
Nach einem ca. 10 minütigen Fußmarsch kamen wir endlich am Wasser an und sofort wurden die Köder in die eisigen Fluten des Inns befördert. Schon nach dem 3. Wurf konnte ich einen kleinen Nachläufer verzeichnen, konnte aber nicht erkennen, um welcher Fischart es sich handelte. Kein schlechter Anfang! Den Köder habe ich inzwischen von einem kleinen Spinner zu einem Kopyto Gummifisch in 3,5cm gewechselt.
Schon nach dem 3. Wurf mit diesem neuen Köder hatte ich zwei Anfasser und kurz vorm Ufer knallte es dann richtig in der Rute. Eine ca. 45cm große Forelle inhalierte den Kopyto vor meinen Augen, was ein Teil! Sofort zog sie in Richtung einer kleinen Rausche, aber davor musste ich sie mittels hart eingestellter Bremse hindern, da dort sehr viele große Steine im Wasser liegen, wo das dünne Fluorocarbon-Vorfach schnell durchscheuern könnte. Kurz vor dem Hindernis dann das Unglück. Plötzlich hängt die Schnur widerstandslos durch, ausgeschlitzt. Das könnte einerseits an der bedingt hart eingestellten Bremse oder auch an dem kleinen Haken des Gummifisches gelegen haben. Kurz darauf montierte ich mir auch schon einen 1er Spinner ans Vorfach. Kurz nachdem der Spinner nach dem ersten Wurf auf der Wasseroberfläche aufgekommen war, sprang schon eine Forelle mit voller Körperlänge aus dem Wasser, was ein Anblick!
Jetzt nur einen kühlen Kopf behalten. Nach einem ca. 5 Minuten anhaltenden Drill in voller Strömung und mit jede Menge tollen Sprüngen konnte ich sie sicher handlanden. YES!! Der erste Fisch 2010 und mit einer 41cm großen Regenbogenforelle kein schlechter Anfang.
Die Forelle schnell versorgt und schon ging es weiter.
Wir fischten noch 5 Stunden weiter, aber außer einer 38cm großen ReFo von meinem Kumpel, konnten wir trotz ständig wechselnden Ködern und neuen Stellen keine weitere Forelle auf einen Landgang überreden. Also beschlossen wir die Forellen für heute in Ruhe zu lassen und uns auf den Heimweg zu machen. Ich bin zwar auch für Catch & Release, aber diese beiden Portionsforellen ließen wir uns am Abend so richtig schmecken.
Ich hoffe ich konnte Euch mit diesem kleinen Bericht näherbringen, dass unser Lieblingshobby keinesfalls im Winter ruhen sollte, außer man besitze keine Ausweichmöglichkeiten. Die zwei Forellen sind zwar keine Ausnahmefische, aber es macht auf jeden Fall Spaß bei Schneetreiben und Minustemperaturen die ersten Drills des Jahres mitzunehmen.
Trotz alldem: Die Sehnsucht nach Angeln im T-Shirt steigt stetig - der Sommer ist und bleibt die schönste aller Jahreszeiten 
Tight Lines,
Stadi


Kommentare
wie Du ja weisst feile ich derzeit an meiner Bachkombo. Welche Groesse der Technium fischst Du?
regards
Peter
Schnur passt da genügend drauf und stabil genug sind heutzutags die kleineren Modelle auch schon...
Mfg