Was liest man dieser Tage nicht alles über das Welsfischen. Jeden Sommer gibt es neue Rekordwaller. Ganze Herrscharen fahren an den Po um eines dieser "Monster" an die Leine zu bekommen. Doch auch hier zu Lande erfreut sich das Angeln auf Waller immer größerer Beliebtheit. Dies mag auch daran liegen, dass der Wels in unseren heimischen Gewässern immer häufiger wird und gute bis sehr gute Größen erreicht. Auch in Gewässern, in denen man es nicht vermutet. Zu Recht gilt der Wels als neuer Raubfisch Nummer 1. Mancherorts wird schon von so genannten Wallerplagen gesprochen und nicht nur das Schonmaß aufgehoben, sondern dem Angler wird befohlen jeden Wels, jedes Welsbaby abzuschlagen. Ist ja auch logisch: "Der Waller frisst uns ja die Fische weg"... deswegen gibts auch keine Aale mehr...genau! Diese Fragen und Ansichten muss aber jeder für sich selbst beantworten. Denn Fakt ist, auch an meinem Heimatgewässer gibt es einen hervorragenden Welsbestand. Und ich, als eingefleischter Spinnfischer, der Abends nach dem Feierabend nochmal fuer ne halbe Stunde ans Wasser geht, ist nicht entgangen wo der Waller "wohnt". Doch wie fängt man eigentlich einen Waller?
Klar als Angler der modernen Generation wird sofort der PC hochgefahren und in der Suchmaschine des geringsten Misstrauens das WWW durchkämmt. So entgeht einem kein Fachartikel bis hin zum stümperhaft verfassten Forenbeitrag bzgl. der Welsfischerei. Man liest von Wallerhölzern, Booten, Sliderboards, Welsrasseln, Lockstoffen, Montagen, Ködern in allen erdenklichen Ausführungen, Auskopplungen und adaptierten Lösungen. Nachdem man sich einen gewissen Überblick verschafft hat, geht es in den Onlineshop. Hier gibts es Produktpaletten z.T. auch ganze Firmen die "Welsfangzubehör" anbieten. Der Bestellvorgang und die Planung für den 1ten Welsansitzes verlaufen parallel. Meine Entscheidung viel auf die schwersten Karpfenruten und größten Rollen des mittleren Preissegments. Schliesslich bin ich Spinnfischer!!!
In der Frage der Montage entschied ich mich ohne grosse Umschweife für die U-Posenmontage. Diese Montage erlaubt es dem Angler den Köder in verschiedenen Wasserschichten anzubieten. Das Blei hält die Hauptschnur am Gewässergrund, während die U-Pose unseren Köder verführerisch in der Strömung stehen lässt.

Wichtig! Diese Montage entfaltet Ihre Vorteile nur in fliessenden Gewässern. In einem Stehenden würde der Köder einfach nur nach unten, Richtung Grund sinken.
Als Bissanzeiger entschied ich mich für die elektrischen, da meine neuen Rollen über Freilauf verfügen. Nun musste nur noch ein Köderfisch auf den Haken gezogen und Montage im Wallerrevier abgelegt werden.Der erste Biss liess auch nicht lange auf sich warten. Nach ca. 35min bemerkte ich einen Schnurbogen in meiner Hauptschnur, gefolgt von dem schrillen Aufschrei des Bissanzeigers. Also nix wie hin an die Rute --> Freilauf raus --> Schnur beobachten --> Kontakt zum Fisch prüfen --> Anhieb setzen. BUMS!!!! Die Rute war krumm. Ich, der frischgebackene Waller-Jäger konnte es nicht glauben. Am anderen Ende der Schnur zog ein Fisch mit einer Intensität, wie ich es noch nicht zuvor erlebt hatte. Mein "Low-Budget-Welskombo" machte die Materialprobe zwar Prima mit, jedoch drohte die Rolle immer wieder aus der Halterung zu rutschen. Egal! Festhalten Schnur geben und Schnur wieder reinholen. Nach ca. 15-20min war der Fisch dann auch müde und ich konnte meinen ersten Waller landen.... Ein schlechter sieht anders aus^^

Wenn ich zurückblickend an die unglaubliche Kraft des Wallers denke, als er an die Oberfläche kam nur um anschliessend kopfüber gen Gewässerboden zu sausen, vergesse ich ein passionierter Spinnfischer zu sein. Aber da mir die mächtigen Suchmaschinen des WWW neue Informationen über das "moderne Spinnfischen auf Waller" zugetragen haben, wird das wohl nicht der letzte Drill dieser Art gewesen sein.
Wie ich finde eines der schönsten Bilder, das Dankeschön beim Releasen dieses tollen Tieres.

regards
Peter Plantage


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