Jerkvorfach(Titan) selbstgemacht
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- Kategorie: Do it yourself
- Veröffentlicht am 05. Februar 2010
- Geschrieben von Peter Plantage
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Auch die Frage warum man Vorfächer selbst herstellt ist einfach zu beantworten. Zum einen kann man so die qualitatitiv besten Materialien in ein Vorfach verbauen, zum anderen hat niemand anderes Schuld als man selbst, sollte es doch mal zu einem Abriss kommen ;-) Weiterhin können Snaps, Wirbel, Klemmhülsen, Schrumpfschlauch und natürlich das Vorfachmaterial je nach Gusto verbaut werden. Jeder hat da doch seine eigenen Vorlieben und Erfahrungen. Zum Jerken verwende ich ausschließlich Titan der 30lbs - Klasse (13,6kg). Dies resultiert daraus, dass dieses Material genau die Steife besitzt, um einen Überschlag des Köders beim Auswerfen zu verhindern, aber dennoch flexibel genug ist, den Lauf der Hardbaits nicht zu beeinträchtigen.Titan wurde für die Raumfahrt entwickelt und ist somit sehr strapazierfähig und belastbar. Es ist haltbarer als herkömmliche Stahlvorfächer(korrosionsfrei) und 45% leichter als Stahl. Letzteres ist gerade beim Einsatz von Suspendern ein klares Pro für Titan.
Benötigtes Handwerkszeug zur Herstellung von einem Vorfach ist, eine Quetschhülsen Zange, Quetsch-/Klemmhülsen, ein Wirbel, ein Snap/Einhänger und natürlich das Vorfachmaterial selbst. Im ersten Schritt fädeln wir Schrumpfschlauch, Quetsch-/Klemmhülse und Wirbel der Reihe nach auf ein Stueck Titan von ca. 50cm Länge. Letzterer ist ein Erfahrungswert da man so die Meterware ohne Verschnitt aufteilen kann. Desweiteren rotiert unser Zielfisch Hecht, im Drill gerne einmal um die eigene Achse. Bei einem zu kurzem Vorfach würde die Gefahr bestehen, dass die Hauptschnur durch die scharfen Kiemendeckel des Hechtes, gekappt wird.


Das Seitenende wird ein zweites mal in die Klemmhülse geführt(Enden nicht kreuzen!!!) und mit der Quetschzange fixiert. Das Stückchen Schrumpfschlauch wird nun über die Hülse gezogen und mit einem Feuerzeug erhitzt. Der Schrumpfschlauch verhindert das Verheddern der Hauptschnur des überstehenden Endes des Titanvorfaches.
Nun fädeln wir Schrumpfschlauch, Quetsch-/Klemmhülse und Snap/Einhänger der Reihe nach auf das andere Ende Titan und wiederholen die Prozedur.


Als Resultat erhaltet Ihr auf Eure Bedürfnisse zugeschnittene Vorfächer...

Mit einem Einsatz von 10€ kann man ungefähr 4 Vorfächer herstellen. Natürlich sind hierbei die Anschaffungskosten für eine Quetschhülsenzange und ggf. einen Saitenschneider nicht bedacht. Ich wünsche viel Spass beim selberbasteln... Wir sehn' uns am Wasser.
Tip: Ein eingeknicktes Titanvorfach kann durch erhitzen und gleichzeitiges Ziehen an beiden Enden wieder in Form gebracht werden.
regards
Peter Plantage


Kommentare
Zum anderen habe ich ein gestörtes Verhältnis zu Quetschhülsen. Das hängt mit dem Rat meines Mentors vor 50 Jahren zusammen, der mir eingeschärft hat: Bei jedem Knoten, den Du selbst machst, brauchst Du im Falle eines Abrisses keinem anderen die Schuld geben...
Und seit einem alten Bekannten kurz vor dem Kescher der Meterhecht durch Vorfachbruch an der Quetschhülse abgekommen ist, hasse ich diese Hülsen.
Nach meinem Verständnis entstehen am Übergang Hülse-Draht durch die Köder- und auch Rutenbewegungen Mikro-Vibration en, die alle an einem Punkt enden und damit eine Bruchstelle vorbereiten. Bei einem Knoten hingegen, so jedenfalls meine Vorstellung, verebbt die Vibration eher und endet nicht abrupt an einer Stelle. - Wobei der Schrumpfschlauc h wohl auch eine gewisse Pufferwirkung erzielen dürfte.
Darüber hinaus verzichte ich auch auf einen Wirbel, der ja bei Hardbaits oder Finesse-Rigs auch nicht wirklich notwendig ist und knüpfe den Titandraht direkt an die Hauptschnur. Das geschieht mit dem doppelten Uni-Knoten, wobei auf der Titanseite 2 und auf der Geflecht-Seite 9-11 Windungen liegen. Das Zusammenziehen sollte sehr vorsichtig erfolgen, denn Titandraht darf nicht geknickt werden. Es erfordert einige Übung, geht aber. (Bei Bigtackle.de im Laden habe ich es einigen Skeptikern vorgemacht und einen relativ steifen 30-lb-Draht mit einer 0,12´er Geflochtenen wirksam verknotet...)
Dasselbe wird von mir unten am Duo-Lock-Snap gemacht - ein Uniknoten in den Draht und vorsichtig zuziehen.
Da ich wegen Hechtgefahr auch den Tiny-Fry mit biß-sicherem Vorfach fische, wirkt sich diese Gewichtsersparn is deutlich aus und der Bait läßt sich prima händeln und läuft störungsfrei.
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